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Kinderlandverschickung 1943

Eingestellt von

Götz Peter Holderegger

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Ort

Stuttgart



Zeitzeugenbericht

Der dicke Reichsmarschall hieß schon längst Maier,
als man im Herbst des Jahres 1943 die Stuttgarter Kinder
wegen der zunehmenden Luftangriffe allesamt aufs Land
schickte. Göring hatte nämlich bei Kriegsbeginn vollmundig
geprahlt, sollte auch nur ein einziges feindliches Flugzeug
die Reichsgrenzen überfliegen, wolle er Maier heißen. Die
deutschen Städte, insbesondere aber die Großtädte waren
schon recht bald Ziel nicht nur eines Feindfliegers, sondern
ganzer Bomberpulks. Das schaurige Heulen der Sirenen gehörte
zum Tagesrhythmus. Und zum Rhythmus der Nächte.

So kam die honorige Sippe der Maier zu einem unwürdigen
Namensvetter und ich aufs Land.

Nach den ersten Fliegeralarmen war es für die Buben
in Stuttgart noch spannend gewesen, nach Bombensplittern
zu suchen. Tatsächlich waren es wohl nur Flaksplitter,
die sie fanden, aber 'Bombensplitter' klang gefährlicher.
Der Krieg schien ein Abenteuer.

Eines Nachts ging es während des Alarms wie ein
Lauffeuer durch die im Keller versammelten Hausgenossen:
"Der Breuninger brennt". Sofort nach der Entwarnung rannte
ich die Hauptstätter Straße hinunter, zu dem für Stuttgart
schon recht imposanten Kaufhaus Breuninger. Wirklich, das
ganze große Gebäude brannte, durch die Fensterhöhlen
der vielen Stockwerke züngelten rotgelbe Flammen, fahlgelb
angestrahlter Rauch stieg über dem Gebäude in den
nachtschwarzen Himmel. Die Feuerwehr hatte keine Chance.

Hatte das nächtliche Aufstehen bei Alarm für uns
Buben anfänglich noch einen abenteuerlichen Reiz, so
war es jetzt zur lästigen Unterbrechung des Schlafes
geworden. Die feindlichen Flieger hatten Stuttgart entdeckt.
Der Krieg war vor der Haustür angelangt.

Zum ersten Mal in meinem Leben hörte ich das heulende Pfeifen
fallender Bomben, gefolgt von krachenden Explosionen.
Alle Hausbewohner waren im Keller. Sie lagen flach auf
dem feuchtkalten Kellerboden. Erde und Wände bebten. Von
der Decke fielen Mörtelstücke. Meine Großmutter legte
sich auf mich. Mit ihren Händen bedeckte sie mein Gesicht.
Die Hände waren sandig vom Kellerboden, sie rochen nach
Kernseife mit einem Hauch 4711. Und immer wieder fuhr das
teuflische Heulen durch Mark und Bein.

Herr Junger, vom zweiten Stock, der schon im Weltkrieg
Soldat gewesen war, sagte: "Die Bombe, die einen trifft,
hört man nicht".

Es gab Nächte, in denen man nach der Entwarnung gerade wieder
ins warme Bett gekrochen war, als schon wieder die
Alarmsirenen heulten. Also raus und wieder in den Keller.
Ich war zum Umfallen müde. Vor dem Bett stand die Oma
mit dem Rucksack auf dem Rücken, in dem sie das
'Kellergepäck', das Notwendigste, bei sich trug. "Bitte,
Oma, lass mich hier. Bin zu müde...viel zu müde. Kann
nicht...", schlaftrunken bettelte ich. Die Großmutter
blieb hart. Ohne ihren Jungen wäre sie selber nie und nim-
mer in den schützenden Keller geflüchtet. "Bitte, Oma...",
nichts half. Lange Stunden hockten wir in dieser Nacht in
Decken eingewickelt in der feuchten Kälte des einstigen
Wirtshausweinkellers.

Aber am anderen Morgen ging's in die Schule. Wie im
tiefsten Frieden. Ob die Buben nachts eine Stunde im Keller
gesessen hatten oder vier. Ob der Alarm nur gegeben wurde,
weil die feindliche Armada über Stuttgart hinweg flog,
oder ob die Stadt selber Ziel des Angriffs war. Ob am
anderen Morgen die halbe Nachbarschaft brannte oder ob
ein anderer Stadtteil hatte dran glauben müssen. War in
einer Straße wegen der brennenden und einstürzenden Häuser
kein Durchkommen, so suchte man halt einen sicheren Umweg.
Mit verschlafenen Augen hockten die Buben in ihren Schulbänken
und lernten "This is a pen. What is it? It is a pen".
Es wäre uns nie in den Sinn gekommen, wegen eines
Fliegerangriffs oder gar nur wegen eines nächtlichen Alarms
die Schule zu schwänzen.

Wahrscheinlich lag es am noch recht jugendlichen Alter,
sicherlich auch am tagtäglichen Heldengefasel, dass wir
Buben uns vor den Bombenangriffen wenig fürchteten. Im
Gegenteil, es galt als Mutprobe, während des Fliegeralarms
aus dem Keller zu schleichen und auf der Straße
herumzustehen, anstatt, wie es das Reichsluftschutzgesetz
und die Erwachsenen befahlen, in den Schutzräumen, sprich
im Keller zu hocken. Besonders stolz war man, als 'Melder'
eingesetzt zu werden. 'Melder' mussten während des Angriffs
zur Verfügung des 'Lutschutzwarts' stehen, um Berichte über
eingetretene Schäden der nächsthöheren Instanz zu
überbringen.

"Die Jugend ist unsere Zukunft", hatte der 'Führer'
einst proklamiert. Nachdem die Überlebenschancen in den
deutschen Großstädten entgegen dem Göring'schen Versprechen
täglich geringer wurden, beschloss die hohe Obrigkeit, damals
'Führung' genannt, wenigstens Deutschlands Zukunft vor
allzu frühem Heldentod zu bewahren. Man schickte die Kinder
dahin, wo sie sicher schienen. Aufs Land. Man nannte es Kinderlandverschickung.

Bevor man die Schüler der "Karls-Oberschule für Jungen"
aus der Stadt der Auslandsdeutschen ins 4000-Seelen-
städtchen Marbach am Neckar verschickte, mussten sie noch
einmal im Schulhof an der Tübinger Straße antreten. Es
galt, die Sechstklässler, also sechzehnjährige Buben (heute
sind das die zehnten Klassen), würdig zu verabschieden.

Sie mussten nicht mit nach Marbach, sie durften ihre
Heimatstadt als Flakhelfer in Degerloch gegen die
anglo-amerikanischen Terrorbomber, so der amtliche
Sprachgebrauch, mit Fliegerabwehrgeschützen verteidigen. Der Schulleiter hielt dazu eine sehr schöne Rede. Mir gefiel vor allem
sein Vergleich mit der Schlacht in den Thermopylen im Jahre
480 vor unserer Zeitrechnung, als Leonidas Sparta gegen
die Perser so lange verteidigte, bis alle Verteidiger tot
waren. Ich war recht traurig, dass ich noch nicht
bei denen sein durfte, deren später auf marmornen
Tafeln gedacht werden würde "man habe sie liegen gesehen,
wie das Gesetz es befahl". In Degerloch! Vor den Toren
Stuttgarts, wie dereinst die tapferen Spartaner, so der
Pädagoge.

Aber statt in der blaugrauen Uniform eines Flakhelfers das Vaterland zu retten, schickte man mich aufs Land. Das Gesetz befahl, dass man erst ab sechzehn ein Held sein sein durfte.

Mit zwölf musste man noch leben und etwas lernen. So
hatte sich die Schülerschaft der Karlsoberschule an einem
Oktobertag im Jahre 1943 mit der vorgeschriebenen
Ausstattung an Wäsche und Kleidung, sowie mit allen
Schulbüchern, Heften und Schreibzeug auf dem Stuttgarter
Hauptbahnhof einzufinden. Antreten, nannte man es.

Oma hatte vorher noch in jedes einzelne
Wäschestück, ob Strumpf oder Taschentuch, fein säuberlich
kleine rotgestickte Etiketten mit meinen Initialen "GH"
eingenäht.

Antreten, Abzählen, Meldung der Klassenlehrer an den
Schulleiter, Abschied von weinenden Müttern, Großmüttern,
Tanten und wer sonst noch meinte, einen letzten Blick auf
den in die Fremde ziehenden Jungen werfen zu müssen, dauerte
länger, als die Zugfahrt ins knapp 20 km entfernte Marbach.

In Marbach wieder antreten, abzählen. Die Namen wurden
aufgerufen und jeder erhielt einen Zettel. "Quartierschein"
stand oben, in einer fetten Frakturschrift .
Darunter las man:

Quartiergeber: Familie Jochim, Charlottenstraße 1, hat
...Offizieren,
...Unteroffizieren,
...Manschaften,
...Pferden
vom... bis...
Quartier zu geben.

Mit Tinte quer über die militärischen Chargen war '1 Schüler' in steifer Sütterlinschrift geschrieben. Solchermaßen ordnungsgemäß erfasst und bürgermeisteramtlich angewiesen, durfte ein Vertreter der Pflegefamilie seinen 'Schtuegerter' in Empfang nehmen.

Ich hatte es gut getroffen: Die Jochims waren sehr
freundliche Leute und hatten außer einem eigenen Buben ein Schreibwarengeschäft und ein Haus, groß genug, dem einquartierten Schüler ein eigenes Zimmer geben zu können.

Von jetzt an war der Schulbetrieb noch disziplinierter als in Stuttgart. Das vorhandene Schulhaus musste mit der Marbacher Oberschule geteilt werden. Eine Woche war deshalb nur vormittags, die nächste Woche nur nachmittags Unterricht.

In den ersten Wochen war es streng verboten, nach Stuttgart zu fahren.
Später gab es „Urlaubsscheine“ für einen Besuch zuhause. Samstags, nach dem Unterricht und dem Dienst im Jungvolk durfte man fahren. Der „Lehrer von Dienst“ stand am Bahnhof und kontrollierte die Scheine. Pünktlich am Montagmorgen mussten wir wieder in Marbach sein. Wer zu spät kam, erhielt einen Eintrag ins Klassenbuch.

Der Jungvolkdienst ging weiter. Mittwoch- und Samstagnachmittag war „Antreten“. Nur nicht mehr im „Fähnlein“ wie in Stuttgart, sondern klassenweise.

Doch es gab nicht nur die HJ. Einmal in der Woche traf
sich eine Gruppe von Jungen im evangelischen Gemeindhaus in der 'Jungschar'. Man las aus Büchern vor, sang Lieder und betete miteinander. Auch hier gab es einen Anführer. Er hieß Theo Sorg und sollte viel, viel später einmal Landesbischoff werden.

Die Zeit in Marbach war friedlich. Die Buben aus der Großstadt merkten vom mörderischen Weltgeschehen wenig. An das brennende Stuttgart war man gewöhnt. Kamen sie am Montag früh zurück aus ihrer immer mehr zur rauchenden Wüste werdenden Heimatstadt, waren sie in einer anderen Welt.

Die Stuttgarter Jungen waren echte Großstadt-Lausbuben.
Sie brachten einige Unruhe in das idyllische Oberamtsstädtchen.
Schon der wechselnde Vormittags-/Nachmittagsunterricht zwischen
KO und Marbachern führte zu kleinen Reibereien. Und zu manchen
Rangeleien. Die Stuttgarter hatten das frechere Mundwerk. Die
Marbacher hatten die dickeren Muskeln.

Sommers lag lagen wir am Neckar im Freibad. Beobachteten die Mädchen. Aber viel schöner war 'Flugzeugerkennung', ein neuer Sport, dem man auf dem Rücken liegend am besten nach kam: He 111, Me 109, Me 110, waren Begriffe für die verschiedenen Flugzeugtypen der deutschen Luftwaffe, die man ganz einfach kennen musste. Bei den englischen und amerikanischen war das schon etwas schwieriger. In der Schule hingen Plakate mit den Silhouetten der Maschinen. Bald kannten wir die alliierten Maschinen besser als die eigenen. Weil mehr davon am Himmel waren.

Natürlich heulten auch in Marbach die Sirenen. Aber keiner
nahm es ernst. Deshalb worde es eher begrüßt, als uns mitten in der
Mathematikstunde die Sirenen in den Keller befahlen .

"Fliegeralarm" sagte der Herr Studienrat Lambert,
"alle folgen mir unverzüglich nach in den Luftschutzraum", legte
seine Kreide auf die Ablage der großen Wandtafel, drehte sich
um und strebte mit langen Schritten zur Tür. Die folgsamen
Schüler gehorchtem dem Befehl.

Bis auf ein paar weniger weniger Folgsame. Anstatt in den
Keller der Schule zu hocken, schlichen ein paar von uns durch die schmale Hintertür des alten Schulhauses und ranntem zum nahe gelegenen Eisenbahnviadukt. Dort war eine Flakstellung. Gespannt warteten wir dort auf ein Fruergefecht.

Im Herbst durften die Hitlerjungen ihren Beitrag zum Endsieg
leisten: Kartoffeln ernten. Der Unterricht fiel aus und so waren
alle frohen Mutes, als am frühen Morgen im Schulhof angetreten
und dann klassenweise zum Bauernhof marschiert wurde. Dort
angekommen übernahm der 'Bauer' das Kommando. Er gab
vorschriftsmäßig den Befehl zum Abmarsch im Gleichschritt und
zog der Kolonne Buben in Hitlerjugenduniform voran. Auch er
trug Uniform, wenn auch eine schon etwas fadenscheinige, denn
der neue „Fähnleinführer“ war ein französischer Kriegsgefangener
und bereits seit ein paar Jahren in Deutschland. Er zeigte sich als
guter Kamerad der Jungen und vergaß auch nicht, sie mit einem
kräftigen Vesper zu versorgen.

Auch anderswo übernahmen vornehmlich französische Kriegs-
gefangene die von den zur Befreiung Europas von den 'angloameri-
kanischen Plutokraten' und den 'jüdisch-bolschewistischen
Kommunisten' abkommandierten Männern freigemachten Stellungen.

So auch die des Bademeisters im Freibad am Neckar. Der frühere
Bademeister diente jetzt an der Ostfront und irgend eine
verantwortungsvolle Person musste aufpassen, dass keiner ertrank.
Einmal, es war ein sonniger Tag, war das Bad war geschlossen, weil der Franzose wohl zu einer anderen Arbeit eingeteilt worden war.

Wir aber wollten baden und stiegen heimlich über den Zaun .
Nach dem Schwimmen im Neckar hatten wir unser HJ-Uniformen schon wieder angezogen, als auf einmal von weitem eine Stimme ertönte, franko-schwäbisch brüllend: "Was isch los da 'inta. Ihr 'itler-Lausbuba maschet ihr , dass som Deifell ganget. Koi Aufsiischt, nix Badee derfe !" Jetzt hieß es nichts wie weg, vor dem Kriegsbademeister hatte die Bande nämlich einen Heidenrespekt.

Zum Anfang des Jahres 1945 wurden die Nachrichten, trotz
ihrer vom Reichspropagandaministerium vorgeschrieben
euphemistischen Darstellung, immer schlechter. Schon zu Beginn
des Rückzugs aus Russland hatte der Herr Reichslugenbeutel
Goebbels den Begriff 'Frontbegradigung' geschaffen. Jetzt
waren die Fronten ringsum bis an die Reichsgrenzen begradigt.
Frankreich war bereits ganz von den westlichen Allierten
überrannt worden, Aachen war erobert und im Osten standen die
'Bolschewisten' an der deutschen Grenze. Die Erwachsenen
sprachen nur noch flüsternd über die Kriegslage.

Anfang April ging das Gerücht umging, die Amerikaner stünden bei Heilbronn. Der Schulleiter ließ seine Zöglinge im Schulhof antreten, sprach vom Endsieg und dass die Schule vorübergehend geschlossen sei und er es jedem Schüler freistelle, heim zu fahren nach Stuttgart oder eben in Marbach zu bleiben, bis die
Feinde zurückgeschlagen seien. Um 13 Uhr marschiere eine
geschlossene Gruppe unter Führung eines Lehrers nach Ludwigsburg,
denn vom Marbacher Bahnhof gingen keine Züge mehr ab, wer wolle,
könne sich anschließen.

Ich wollte nicht. Lieber so schnell wie möglich abhauen, aber keinesfalls unter Aufsicht eines Lehrers.

Ich raste ins Haus meiner Pflegefamilie, packte einen Tornister
mit so wichtigen Dingen, wie dem neuesten Karl-May-Band, einer
Schachtel Patronenhülsen, einem großen Flaksplitter und einem halbfertigen Modellsegelschiff aus Sperrholz. Mein Luftgewehr nahm ich auch mit, schließlich war Krieg.

Auf dem Bahnhof in Ludwigsburg stand ein Vorortzug nach
Stuttgart schon unter Dampf. Bis auf die Trittbretter
besetzt. Zum Glück öffnete jemand ein Fenster und wir
stiegen auf diesem Weg in ein proppenvolles Abteil. Zwei von
uns mussten in die Gepäcknetze liegen. Ohne Zwischenfall,
also auch ohne einen Tieffliegerangriff, kamen wir nach
Stuttgart.

Ich musste weiterfahren bis Esslingen. Zur anderen Großmutter. In Stuttgart war schon seit dem letzten Sommer kein Zuhause mehr. Das großelterliche Haus in der Färberstraße war Juli 1944 über Nacht zum Steinhaufen geworden.


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Götz Peter Holderegger.

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Kommentare

von Waltraud Beck, am 13.11.2008 13:26 Uhr

Lieber Herr Holderegger,
ihr hochinteressanter Bericht hat mich sehr gefesselt. Da ich erst im Dezember 1937 auf die Welt kam, habe ich das Kriegsgeschehen in Stuttgart nicht so sehr mitbekommen. Meine Schwester aber, 1934 geboren, wurde aufs Land auf einen Bauernhof verschickt. Wir wohnten in der Marienstraße, zwischen Wilhelmsbau und Kino. In einer Nacht wurde dort alles zerstört, auch das Haus, in dem wir Schutz gesucht hatten. Es kommt mir heute noch wie ein Wunder vor, dass wir überlebten.
Wir wurden evakuiert nach Lautlingen. Dort hatte ich meine beste Kinderzeit. Als einziges Mädchen zog ich mit den rauhen Jungs durch die Gegend, lernte Spucken, kämpfen und sich durchsetzen. Meine dort erworbenen Narben, erinnern mich mit einem gewissen Stolz an meine Bubenzeit in Lautlingen.
Ich grüße Sie herzlich
Waltraud Beck



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