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Tatort Bismarckturm

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"Katz" (Katja) Rothbart



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Am Bismarckturm, Stuttgart

Zeitzeugenbericht

Im Artikel zum Bild des Tages am 15.01.09 in der StZ steht geschrieben, dass „ er den Buckel jedoch höher und länger in Erinnerung hätte“. Zum Glück ist er das nicht! Vor allem nicht höher. Der Zaun, der am Ende des Bildes zu sehen ist, hatte seine volle Berechtigung. Gut beladene Schlitten schafften es locker bis zum Zaun und eigentlich noch weiter. Dahinter ist die Kräherwaldstraße. Auf ihr galt „damals“ noch kein Tempo 50. Die Kurve, die in diesen Bildausschnitt hineinführt, ist sehr heimtückisch. Viele Autofahrer haben sie schlecht oder gar nicht gemeistert und landeten im Graben, den es m.W. inzwischen dort statt des Zauns gibt. Solch einen Unfall habe ich live erlebt, allerdings als Hörspiel. Der Waldweg zwischen Killesberg und Doggenburg verläuft parallel zur Straße, einige Meter tiefer gelegt, also ohne Sicht auf die Straße.

Und es waren wirklich Ausflüge, die zum Bismarckturm unternommen wurden. „Damals“ gab es noch keine direkte ÖPNV-Verbindung zwischen Killesberg und Doggenburg. Die Endhaltestellen des „10er“ waren an Doggenburg bzw. Killesberg und dann hieß es: warmlaufen“. Es sei denn, es gab bereits ein Auto in der Familie.

Ein Auto zu haben war „damals“ noch nicht so normal wie heute, wie die Anzahl der Bänke am Fuß des Bismarckturms verrieten. Ich erinnere mich an nur drei Bänke. Die Bänke am Fußweg kamen erst später dazu, als die Erreichbarkeit des Bismarckturms einfacher wurde.

Vom Fuß des Bismarckturms aus gab es „damals“ auch noch einen Blick Richtung Osten. Nicht nur ich war am Heranwachsen, sondern auch die dort gepflanzten Bäume. Die Skyline auf der anderen Seite des Talkessels war noch bar jeglichen Hochhauses, wie sie jetzt am Albplatz in Degerloch zu sehen sind. Auch den alten Fernmeldeturm gab es noch.

Auch heute noch ist diese phantastische Aussicht Pflicht für alle unsere Besucher, die sie nicht kennen. Ich habe sie oft auf einer Bank sitzend für meine Hausaufgaben genutzt. Als Inspiration, weil es „für die Erledigung der Hausarbeiten noch kein internet und kein wikipedia gab“ (Zitat Volker Pispers – Kabarettist).

Von der Robert-Bosch-Straße aus führt ein Fußweg hinauf zum Bismarckturm und schmiegt sich dabei wie eine Schlange an den Berg. Eines Abends, ungefähr im Jahr 1973, befuhren wir im Übermut und in der Dunkelheit verkehrswidrig diesen Fußweg mit dem Auto. - Liebe Kinder, bitte nicht nachmachen! - Dabei begegneten wir zum Glück nur einem verblüfften und etwas ungehaltenen Spaziergänger. Fünf Jahre später im Tatort „rot rot tot“ (u.a. mit Curd Jürgens) wird diese Szene wiederholt, allerdings ohne uns und vorschriftsmäßig mit Begrenzungspfosten am Weg. War unser ungehaltener Fußgänger etwa der Autor „Karl Heinz Willschrei“?

Und um auf den Anfang zurückzukommen: heute wie „damals“ gab es in und um Stuttgart verschiedene „Wintersportmöglichkeiten“. Neben dem „Buckel“ am Bismarckturm noch die nahe gelegene Natureisbahn, die Schlittenbahn von der Doggenburg abwärts ins Feuerbacher Tal bzw. die von Degerloch parallel zur Neuen Weinsteige (oder gab es die „damals“ noch nicht?), den „Piz Mus“ (den „Buckel“ in Musberg) oder wie im Zeitzeugenbericht „In den 60ern zum Schlittschuhlaufen auf die Waldau“ erwähnt, die Eisbahn auf der Waldau.

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