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Welch ein herrlich Land mein eigen

Eingestellt von

"Katz" (Katja) Rothbart



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Ort

Bad Cannstatt, Stuttgart

Zeitzeugenbericht

Zarter Überflug von Licht,
das aus frühem Nebel bricht!
Welch ein Tal aus fernen Landen
ist vor meinem Blick entstanden?

Weiche Hügel hingestreckt,
dicht mit Baum und Strauch gedeckt,
und von Wäldern übersäumet,
drob ein Morgenhimmel träumet.

Reifen mag in Höhn und Schlucht
hier es wohl von Wunderfrucht,
tönen in den Laubgehängen
mag´s von fremden Vogelsängen.

Dörfer stehn in halber Nacht –
welch Geschlecht wohl dort erwacht?
Du, die Augen aufgeschlagen,
blauer Fluß, woher getragen?

Über Wellen ruft dein Steg,
Durchs Gesträuche lockt der Weg,
und der Berge graue Kette
birget neue Wunderstätte.

Aber hell ins Tal hinaus
blickt ein heitres Säulenhaus,
lädt zu kühlem Sitz den müden
Wandrer ein in diesem Süden.

Ach das Bleiben auf den Höhn,
ach das Ziehen ist so schön!
Soll ich wandern, soll ich weilen?
Soll ich ruhen, soll ich eilen?

Doch, wie wird mir, ist´s kein Traum?
Bist du´s, trauter Früchtebaum?
Winkst aus wohlbekannter Laube
du mir, heimatliche Traube?

Nein, es ist kein fernes Tal,
Schwaben, Schwaben allzumal!
Welch ein herrlich Land mein eigen,
muß mir´s erst der Maler zeigen?

Nicht zur duft´gen Ferne hin
strebe, ruheloser Sinn!
O wie süß im Nachbartale
ruhet sich´s im Sonnenstrahle!

Das Neckartal bei Cannstatt
- Auf eine Landschaft von Steinkopf -
von Gustav Schwab
• 19.6.1792 in Stuttgart, + 4.11.1850 in Stuttgart.
Pfarrer, Dichter, Publizist und Herausgeber.

Nach dem Gymnasiums-Besuch in Stuttgarter studierte er 1809-1814 in Tübingen zwei Jahre Philologie und Philosophie, dann Theologie am Evangelischen Stift. Schwab war ab 1818 Gymnasiallehrer in Stuttgart, 1837 - 1841 Pfarrer in Gomaringen bei Tübingen, wurde 1841 Stadtpfarrer in Stuttgart, 1842 Dekan und 1845 als Oberkonsistorialrat und Oberstudienrat Leiter der höheren Schulen in Württemberg. 1847 erhielt er von der Universität Tübingen den Ehrendoktor der Theologie.

Schwab wird zur Schwäbischen Dichterschule gerechnet. Sein Werk "Die Neckarseite der Schwäbischen Alb" erschien 1823.

Spuren in Stuttgart:
• Hoppenlau-Friedhof
• Eberhard-Ludwigs-Gymnasium
• Königin-Katharina-Stift
• Leonhardskirche
• Wohnhaus Gustav Schwab
Die Schwabstraße mit dem Schwab-Tunnel sind nach ihm benannt.

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