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Weihnachten 1965

Eingestellt von

Stefan Kress
Stefan Kress
am 28.03.2009

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Ort

Gammertinger Str. 71, 70565 Stuttgart

Zeitzeugenbericht

Der Ablauf
Weihnachten war fraglos das Hauptfest in meiner Familie. Meine Eltern schlossen das Wohnzimmer immer schon einige Tage vor dem Heiligen Abend ab. Natürlich wollten wir immer spickeln, aber unsere Mutter vergaß dummerweise nie, die Schlüssellöcher zu verhängen. Da das Wohn- in das Esszimmer überging, aß die gesamte Familie einige Tage ein Stockwerk tiefer im Spielzimmer, was dem Weihnachtsfest natürlich noch
mehr Bedeutung zukommen ließ und die Spannung bis ins Unerträgliche steigerte. Der größte Augenblick war dann immer, wenn wir ins Wohnzimmer gelassen wurden. Die einzige Lichtquelle war der vom Kerzenschein erleuchtete Weihnachtsbaum, wobei sich das Licht von den Kugeln (die stets glänzend sein mussten, matte waren bei uns verpönt) zigfach reflektiert wurde - und wir sangen mit einem Kloß im Hals "Stille Nacht".
Die ganze Adventszeit und das Weihnachtsfest war von einer Reihe von Traditionen/Ritualen geprägt; wie viele, wurde dem Chronisten erst klar, seit er selber Kinder hat und sich anschickte, Weihnachten nach dem Vorbild der Kindheit zu feiern. Es hat sich aber auf jeden Fall gelohnt, denn die Kinder des Chronisten bestehen, obwohl inzwischen in der Pubertät, streng auf der Einhaltung des nun auch von ihnen liebgewonnen Ablaufs.
Rechts neben dem Weihnachtsbaum befindet sich eine für die Zeit typische Musiktruhe (Radio und Palttenspieler), die im Jahre 2009 immer noch in Familienbesitz ist und funktioniert. Auf der Truhe sind Krippefiguren zu erkennen.

Die Geschenke
Auch einge der Geschenke verdienen eine nähere Betrachtung:
Der rote Traktor war nicht nur beim Chronisten sehr beliebt.
Zwei seiner Brüder sitzen auf einem sog. Ruderrenner, bei dem man an dem rot/gelben Griff zieht, wobei über einen Gurt (nicht unähnlich einem Rolladengurt) und ein Schwungrad die Hinterachse in Bewegung gesetzt wird. Die Vorderachse wird mit den Beinen gelenkt. Über eine Ruderbewegung (unter Kraftanstrengung nach hinten ziehen und beim Nach-Vorne-Beugen den Gurt wieder aufwickeln lassen) ließen sich ganz beachtliche Geschwindigkeiten erzielen (oder man schenkte sich die Kraftanstrengung und hielt sich mit beiden Händen am Gepäckträger des Fahrrades des Bruders fest, was aber (besonders in Kurven) nicht ganz ungefährlich war. Auf jeden Fall benutzte der Chronist in den 70er Jahren das Gefährt zum Muskelaufbau (Fitness-Studios gab es ja noch nicht - und man war in der "frischen Luft").
Etwas schwer zu erkennen ist das Spielzeug am linken Bildrand. Es handelt sich um eine Ritterburg, einen Belagerungsturm und Elastolin-Ritterfirguren der Fa. Hausser, die mein ältester Bruder bekam. Nicht ohne Grund war mir Jahre lang unter Androhung von Strafe verboten, damit zu spielen, da die handbemalten Figuren aus einerm Hartkunststoff und damit zerbrechlich sind. Damals Spielzeug, handelt es sich heute um Sammlerstücke, die auf Messen für sehr viel Geld gehandelt werden.

Dieser Bericht interessiert einen Chronisten



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