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Kurt-Georg Kiesinger am Abend seiner Kanzlerkandidatur 1966 im Kreise von Journalisten beim Landespresseball

Eingestellt von

Veronica Schäffer
Veronica Schäffer
am 15.10.2008



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Stuttgarter Liederhalle, Stuttgart

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Landespresseball 1966 –
fast ein bundesdeutsches Ereignis

Seit nunmehr 49 Jahren ist der Landespresseball in der Stuttgarter Liederhalle als Einladungsball der gesellschaftliche Höhepunkt für Politik, Wirtschaft, Medien und Sport in Baden-Württemberg, neben dem Opernball der Württembergischen Staatstheater Stuttgart. Den Landespresseball gibt es, nach längerer Pause, seit 1960 wieder. Die Idee dazu hatte der Leiter des damaligen Stuttgarter Südwestfunk-Büros, Dr. Alois Rummel. Der Zeitungsverlegerverband und der Südwestdeutsche Journalistenverband machen bis heute mit, die Schirmherrschaft oblag und obliegt dem jeweils amtierenden Ministerpräsidenten.
Die Wohltätigkeitsveranstaltung war und ist sowohl Tanzvergnügen als auch Konzertereignis. Renommierte Bands boten jahraus Jahr ein musikalischen Genuss und die Gäste wurden mit einem prominenten Stargast, z.B. 1962 mit Dalida, überrascht.
Dieser Abend bietet auch heute noch die seltene Gelegenheit, Politiker einmal hautnah zu erleben, ja sogar evtl. mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Ein zwangloser, unterhaltsamer Abend für Unternehmer, Journalisten und alle Ballfreunde ist immer gewährleistet. Seit Jahren lockt zudem die Tombola mit äußerst attraktiven Preisen und hohen Gewinnchancen im Wert von mehr als 200.000 €.
Natürlich war und ist der Landespresseball keine Selbstzweckveranstaltung. Der Erlös aus dem Verkauf der Eintrittskarten und der Tombolalose sowie aus der großzügigen Beteiligung zahlreicher Sponsoren kommt noch immer der Pressestiftung Baden-Württemberg zugute und damit der Unterstützung in Not geratener Journalisten und deren Hinterbliebenen. Die Stiftung hat die Fördertätigkeit und die Veranstaltung des Landespresseballs vom Sozialfonds der Landespresse Baden-Württemberg e.V. übernommen. Dank spendabler Sponsoren und vieler zufriedener Ball-besucher flossen im Laufe der Jahre Millionenbeträge in die sozialen Leistungen. Bisweilen wurde der Erlös sogar auch für karitative Zwecke gespendet, darunter an die Aktion „Menschen für Menschen“.
Im zarten Alter von nur 17 Jahren durfte ich 1962 zum 1. Mal mit auf den Landespresseball gehen, natürlich nicht umsonst, denn junge Mädchen, die die ankommenden Gäste mit einem Willkommensgeschenk begrüßen sollten, waren gefragt, ebenso Losverkäufer für die reichhaltige Tombola. Und all diese Aufgaben habe ich in meiner ersten Ballnacht auch erledigt. Dann schließlich, als die Gewinne verteilt, der Hauptgewinner ermittelt und strahlend seinen neuen Wagen in Empfang genommen hatte, begann auch für mich der unterhaltsame und private Teil dieser tollen Nacht. Es war ein unvergessenes großes Erlebnis für mich. So konnte ich auch in den Jahren danach, immer mit entsprechenden Aufgaben versehen, diesen Ball besuchen und schließlich miterleben, wie im Jahre 1966 ein strahlender Ministerpräsident Kurt-Georg Kiesinger am Abend aus Bonn zurückkehrte und den anwesenden Gästen die frohe Botschaft aus Bonn verkünden und sich als den neuen Kanzlerkandidaten der CDU vorstellen konnte. Schon einige Zeit vor seiner Ankunft in Stuttgart sickerten die Neuigkeiten langsam durch – wen wundert’s, bei einer solchen Versammlung von Journalisten! – und so waren dann auch genügend Reporter, Fotografen und andere Medienvertreter zur Stelle, die diese Neuigkeit blitzschnell weiterleiten und verbreiten konnten. Um Mitternacht gab’s dann die alljährliche mitternächtliche Schnellpresse Ballgazette und da konnte man es dann schon schwarz auf weiß lesen. Ein spannungsgeladener, hochpolitischer Abend, dieser Landespresseball 1966!
Das Foto zeigt den zukünftigen Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland Kurt-Georg Kiesinger, umringt von Ballbesuchern und Pressevertretern!

Veronica Schäffer-Glaser
 

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