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Hochzeit Wilhelmshöhe, Sillenbuch 1949

Eingestellt von

Martin Gerlach
Martin Gerlach
am 23.03.2009

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Tuttlinger Straße Sillenbuch, Stuttgart

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Das einzige Dokument in unserem Besitz, das an die Traditionsgaststätte Wilhelmshöhe in Sillenbuch erinnert.
 

Zeitzeugenbericht

An der Stelle wo heute in Sillenbuch auf der Kirchheimer Straße das Feinkostgeschäft Fritz (ehemals Böhm) steht, befand sich die Traditionsgaststätte Wilhelmshöhe, die wie ich mich noch erinnern kann, einen fantastischen Biergarten mit großen Kastanienbäumen hatte. Das Gasthaus Wilhelmshöhe wurde 1874 erbaut und musste Anfang der 1970er Jahre dem Böhm-Neubau weichen. Meines Wissens war es das erste Haus an der Kirchheimer Straße, der alten Heerstraße,
die von Degerloch über Ruit als Landstraße nach Kirchheim/Teck verlief.
Folgt man der Meinung von Historikern, war schon zu Römerzeiten ein einfacher Fahrweg von Feuerbach über Stuttgart und den Haigst hinauf nach Degerloch und weiter in Richtung Alb vorhanden, der wohl mit dem Römerkastell in Köngen zu tun hat.
Um 1900 siedelten sich an der Landstraße um die Wilhelmshöhe weitere Gebäude an, noch fernab vom alten Dorf Sillenbuch. Zu dieser Zeit galt die Wilhelmshöhe für die Sillenbücher Einwohner sogar als Ausflugslokal.

Damals gab es noch keinen nennenswerten Autoverkehr; die Landstrasse war weder gepflastert noch asphaltiert. Es gab auch noch keine flächendeckenden Versorgungsnetze für Strom, Gas, Wasser und Telefon und die Strassenbahn fuhr erst 1930 bis nach Sillenbuch. Nur zweimal am Tag kam die Postkutsche Degerloch-Ruit vorbei; um diese von Stuttgart aus zu erreichen musste man mit der Dampf-Zacke nach Degerloch fahren.
Der Aufschwung in Sillenbuch und an der Kirchheimer Straße setzte dann mit der Straßenbahn erst richtig ein. An der ehemaligen Riedenberger (heute Spaichinger) Strasse war Endstation und dort wurde, wie ich selbst noch erlebt habe, an einer Weiche der Motorwagen aufs Gegengleis umgesetzt und der Beiwagen vom Schaffner und dem Fahrer von Hand nachgeschoben und wieder angehängt.

Die Wilhelmshöhe war ein Sillenbucher Traditionslokal, mit einer an der Tuttlinger Straße hangabwärts angebauten Metzgerei. In der Wilhelmshöhe hatten meine Eltern ihre Hochzeitsfeier am 15.10.1949 (beide leben noch und feiern dieses Jahr Diamantene Hochzeit). Ein Bild von der Wilhemshöhe und von der Hochzeit meiner Eltern haben wir nicht, denn damals gab es in unserer Familie keine „Fotografen“. Allerdings existiert noch die Rechnung der Hochzeitsfeier, die man dem Betrag nach aus heutiger Sicht als Spotpreis sehen könnte, allerdings Betrug der durchschnittliche Monatslohn auch nur wenige Hundert Mark.

Der Rechnung angehängt war auch die Sperrzeitenverlängerung und die Erlaubnis für Tanz und Musizieren. In heutiger Zeit nicht mehr nachvollziehbar, dass man bei einer Hochzeitsfeier um 0.45 Uhr Musik und Tanz und um 1 Uhr die Feier zu beenden hatte.

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