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Stuttgarter Winter - mit und ohne Schnee

1890-2013

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Schneeballschlachten, Skifahren, Schlittschuhlaufen auf dem Neckar? 1928 war der Neckar an Heiligabend so zugefroren, dass man sorglos darüber laufen konnte.

Von Viola Katemann

Grau, regnerisch, trüb – so präsentiert sich das Wetter in den Wintermonaten oftmals. Weiße Weihnachten? Fehlanzeige. Manchmal ist es sogar so warm, dass man sich den Glühwein besser in einer Sommerjacke schmecken lässt, damit er auch wirklich wärmt. Ganz anders im Jahr 1928: Da bescherte der Winter so eisige Temperaturen, dass der Neckar meterdick zufror.

„Die Menschen gingen am Sonntag auf dem Fluss spazieren. Besonders beeindruckend war das ineinander geschobene Eis auf dem Neckar bei Untertürkheim“, schreibt der Chronist Günther Zubler unter sein Bild, das er in die StZ-Geschichtswerkstatt gestellt hat. Stuttgarter pilgerten damals in Scharen zum Fluss, um sich dieses Naturschauspiel anzuschauen. Im Februar 1929 musste das Eis auf dem Neckar sogar gesprengt werden, um eine Katastrophe bei einsetzendem Tauwetter zu vermeiden.

Der Schneemann ist Schnee von gestern

Doch dieses ist nicht der einzige kalte Winter, an den sich die Stuttgarter erinnern können. 1915 versammelten sich viele Eislaufbegeisterte kurz vor Heiligabend auf dem zugefrorenen Feuersee, um ihre Pirouetten zu drehen. Schlittschuhlaufen war in Stuttgart schon immer ein beliebtes Freizeitvergnügen. Heute muss dafür eine Eislaufbahn mit Gefrieranlage auf dem Schlossplatz betrieben werden.

Auch Skifahren war für viele Pflicht. Heute ist es nur schwer vorstellbar, dass Stuttgarter in Gablenberg die Pisten runterrutschten. Andere tobten sich lieber beim Schlittenfahren aus. „Rodeln macht Spaß“, kommentiert der Chronist Karl-Heinz Wever sein Foto von 1961. Das Schwarz-Weiß-Bild zeigt ihn als kleinen Jungen auf einem Holzschlitten, wie er die Pisten in Heumaden runterflitzt. Auch an der Villa Berg wurde gerodelt, wie die Bilder von Annette Reutter-Koch auf Von-zeit-zu-zeit.de zeigen.

Die Städte sind zu aufgeheizt

Gab es früher also doch mehr Schnee? „In den Städten ja. Die schlechte Nachricht zu Weihnachten lautet: Der Schneemann stirbt in den Städten aus. Die immer größer werdenden Städte, so auch Stuttgart, setzen viel mehr Wärme frei, weswegen es viel seltener schneit. Und wenn es schneit, bleibt es nicht lange liegen“, sagt der Klimatologe Karsten Brandt vom Wetterdienst Donnerwetter.de. „Hinzu kommt, dass sich die Wetterlagen verändert haben. Es gibt weniger Ost- und Nordwinde. Dem Klimawandel alleine kann man das allerdings nicht in die Schuhe schieben. Das Stadtklima ist in Stuttgart insgesamt einfach wärmer geworden.“

Auf den Schwarzwald ist Verlass

Auch die Klima- und Wetterstation der Universität Hohenheim zeigt in ihren Jahresrückblicken, dass sich die Stuttgarter nur zwei Mal über eine extrem hohe Schneedecke von einem halben Meter freuen durften. Das war in den Jahren 1942 und 1958. Das dokumentieren auch die Bilder von Kurt Däß. Da lag so viel Schnee, dass sich nur wenige Autofahrer trauten, die Straßen zu befahren.


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