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2016

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Jahrhundertelang werden auf dem Marktplatz in Stuttgart schon regionale Produkte verkauft. Früher war das Ambiente von den kleinen, schmucken Fachwerkhäusern geprägt. Wir blicken zurück auf die Geschichte des Platzes, die auch ein düsteres Kapitel hat.

Von Thomas Faltin und Anja Treiber

Grüne Salatköpfe so weit das Auge reicht, prall gefüllte Apfelkörbe, duftende Backwaren: Einkaufen auf den Wochenmärkten in Stuttgart hat eine lange Tradition. 1304 wurde der zentrale Markt in Stuttgart auf dem gleichnamigen Marktplatz gegründet. Immer dienstags und samstags strömten – damals noch überwiegend Frauen – auf den Platz, um frische Ware zu kaufen. Seit 1775 ist der Donnerstag als Markttag hinzugekommen. Früher hatte der Platz aber auch eine schreckliche Funktion: Wo heute drei Mal in der Woche Gemüse, Obst und andere regionale Köstlichkeiten verkauft werden, wurden in früheren Zeiten auch Menschen hingerichtet.

Die Wochenmärkte vor dem Zweiten Weltkrieg fanden vor einer schmucken Bilderbuch-Kulisse statt. Die Architektur am Platz war kleinteilig, die Fachwerkhäuser – spätestens seit der Renaissance mit prächtigen Giebeln, Erkern und Türmchen verziert. Dieses Erscheinungsbild hat sich im Laufe des Zweiten Weltkriegs radikal verändert. Im Sommer 1944 sind alle Bürgerhäuser am Marktplatz, viele aus dem 15. und 16. Jahrhundert, im Bombenhagel untergegangen.

Die Architekten der Nachkriegszeit haben beim Wiederaufbau die früheren Grundrisse der Häuser am Marktplatz respektiert; in vielen anderen Vierteln Stuttgarts war das keineswegs der Fall. In den horizontalen Elementen der Fassaden und in der Farbgebung sollte das Kleinteilige der früheren Gebäude nochmals anklingen. In ihren Formen verweisen die Häuser aber natürlich in die Moderne; der Bruch ist ­unübersehbar. Die Zeit des Bilderbuch-Marktplatzes, sie ist längst vorüber.


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