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Die fremden Armeen rücken ein

1945

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Foto: StZ-Archiv
Am 20. April 1945 dringen die ersten französischen Soldaten nach Stuttgart ein. Das Bild zeigt französische Soldaten, die am 21. April 1945 die Ruine des Neuen Schlosses durchkämmen.

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Für Stuttgart kam das Ende des Krieges zwischen dem 20. und 22. April 1945. Zuerst besetzten französische, dann auch amerikanische Truppen die Stadt.

Von Christine Pander

Am 20. April 1945 erreichten französische Panzer die Stadt und besetzten Plieningen. Die Soldaten sahen, wie die Stuttgarter Zeitung am 21. April 1995, schreibt, „…ganz anders aus als die später bei den Siegesfeiern auftretenden Eliten. Sie kommen eher im Räuberzivil daher, tragen zum Teil weite Mäntel und bunte Turbane, haben Gepäck, Waffen und Beutestücke auf Handwagen oder Schubkarren geladen und schießen notfalls ganze Hühnervölker zusammen, um sich ein Nachtessen zu sichern.“

Am 21. April ist es dann soweit: „Die Franzosen marschieren in Stuttgart von Süden und Nordwesten her ein, besetzen erst die Filderorte, dann auch Stammheim, Zuffenhausen, Weilimdorf. Gegen 17 Uhr rollen die Panzer vor das Rathaus – oder vor das, was davon übriggeblieben ist. Die Straßenbahnen fahren am Morgen noch, doch dann fällt der Strom aus. Feierabend für Fahrer und Schaffner, die Passagiere müssen laufen. Die Bürger warten in Kellern und Wohnungen ängstlich auf die neue Zeit. In aller Eile verschwinden Hitlerbilder von den Wänden, wandert "Mein Kampf“ massenhaft in den Ofen.

Am 22. April rückten dann von Fellbach kommend GIs der 100. Amerikanischen Divison in Cannstatt ein. Der Großteil der Stuttgarter Bevölkerung traf damals zum ersten Mal mit den Afroamerikanern zusammen. Elisabeth Lücke aus Stammheim erinnert sich noch an ihre erste Begegnung in der Stadt mit den Fremden. „Ich bin damals mit meinem kleinen Kind spazieren gegangen. Hinter einem Zaun tauchte plötzlich ein Schwarzer auf – damals hat man ja noch Neger gesagt – und hat mich zu sich gewunken“, erzählt die 94-Jährige. Dieser habe ihr dann eine Tafel Schokolade geschenkt und auf den Kinderwagen gedeutet. „Wir haben uns mit Händen und Füßen verständigt, Englisch konnte ich nicht“, sagt sie.

Vergessen hat die pensionierte Lehrerin dieses Erlebnis nie. „Die erste Schokolade nach so langer Zeit – und ich habe sie einfach so von einem Fremden geschenkt bekommen. Das war ein ganz besonderer Moment für mich. Das vergess ich nie.“


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